Thorsten Reimnitz: Wie ich Center Parcs entdeckte, und was daraus folgte

Dieser Artikel fällt etwas aus der Reihe. Der Mittwoch ist nach der neuen Planung ja eigentlich vorgesehen für Neuigkeiten aus den Hotel-Resorts, aber heute erlaube ich mir einfach mal, eine Ausnahme zu machen. Heute möchte ich davon erzählen, wie ich die Center Parcs entdeckte, und was daraus folgte. Gut, das kann der geneigte Leser bereits dem Titel dieses Beitrags entnehmen. Aber selbige geneigte Leser wird sich fragen, warum ich das am heutigen Tag tue. Das ist sehr einfach, für mich ist heute ein Tag des Rückblicks auf Vergangenes. Ich habe Geburtstag, einen runden noch dazu, und da erlaube ich mir einfach mal die kleine Eitelkeit, die Dinge aus meiner ganz persönlichen Sicht zu beschreiben. Ich muss allerdings eine Warnung aussprechen, das ist keine Chronologie, mehr eine persönliche Reflektion, und der Artikel kann etwas sprunghaft  formuliert sein – genau wie meine Gedanken.

Auf Center Parcs wurde ich Mitte der 1990er Jahre aufmerksam. Zu dem Zeitpunkt lief alles noch etwas anders, es gab kein Internet, sondern man musste sich im Reisebüro informieren und auch buchen. Meine damalige Freundin und ich wollten Center Parcs mal ausprobieren. Wir lieben das Wasser, und ein Ferienpark, der rund um ein riesiges Schwimmbad gebaut war, erschien uns da ideal. Da wir noch mehr unternehmen wollten, wählten wir den Park “Het Heijderbos” wegen dem “Discovery Dome”. Wir buchten ursprünglich auf die Woche vom 20. Juni bis 27. Juni 1997, mussten das aber noch ändern und verschoben es auf eine Woche später (27. Juni bis 4. Juli 1997).  Die Rechnung kam und ich wunderte mich, warum dort der Name des Parks “Het Heyderbos” geschrieben war. Aber egal. Im Mai kamen die Unterlagen. Wir erhielten Prospekte, eine Parkkarte und eine Info, dass wir noch vor der Anreise verschiedene Waren bestellen konnten, die dann bei unserer Anreise in unserem Bungalow bereitliegen würden. Diese Unterlagen sind heute quasi “historische Dokumente”, sind in ihnen doch noch alle Preise in Holländischen Gulden angegeben.

Wir konnten es kaum erwarten, bis es endlich losgehen würde. Die Strecke vom südlichen Baden-Württemberg bis weit hinter Köln war zwar nicht gerade wenig, aber mit ausreichend Pausen machbar. Noch dazu war es der erste Urlaub nach längerer Zeit für mich, da nimmt man schon das eine oder andere auf sich. Tatsächlich liegt “Het Heijderbos” nicht weit hinter der Grenze und ist einfach zu finden – auch ohne Navigationssystem. Das klingt jetzt zwar, als würde ich von einer Zeit kurz nach dem Zweiten Weltkrieg berichten, aber – das gab’s damals noch nicht. Kein Navi, kein Routenplaner, nichts. Wir kamen trotzdem an. Am Eingang des Parks wurden wir von einem Parkplatzwächter empfangen. Ich stellte mich schon darauf ein, Englisch mit dem Mann zu sprechen, da redete er mich auf Deutsch an: “Sie haben heute Ihre Anreise?” Ich war verdutzt. Woher wusste der jetzt, dass ich Deutscher bin? Kurze Zeit später hätte ich mich für meine Dämlichkeit ohrfeigen können. Natürlich wusste er, dass ich Deutscher bin – ich saß ja schließlich in einem Auto mit deutschem Kennzeichen! Die Reise war wohl doch etwas lang gewesen.

An der Rezeption wurden wir genau so freundlich empfangen und ich konnte nur staunen, wie die Mitarbeiter der Rezeption von Sprache zu Sprache wechselten. Vor uns waren noch zwei Familien mit dem Check-In dran, die erste waren Niederländer, die zweite offenbar Engländer. Und als wäre es nichts sprach die Damen zunächst Niederländisch, dann Englisch und Zack! Deutsch, als wir am Tresen standen. Wir checkten uns ein und bekamen ein Magazin, in dem stand, welche Veranstaltungen es im Park diese Woche geben würde.

Da wir unseren Bungalow erst um 15.00 Uhr würden beziehen konnten, beschlossen wir, den Park schon mal zu erkunden und fingen mit dem Zentrum an. Im Zentrum sind neben dem Schwimmbad auch Läden und Restaurants untergebracht. Es gibt hier eigentlich alles, was man für das Leben im Park braucht, auch einen Supermarkt. Hier entdeckten wir etwas, das wir vorher noch nicht gesehen hatten: “Fluff”, einen Marshmellow-Brotaufstrich, den wir gleich mal probieren mussten. Hm, sehr süß. Trotzdem nahmen wir ein paar Gläser davon mit, als wir wieder nach Hause fuhren.

Das Schwimmbad sahen wir erstmal nur durch eine Glasscheibe, aber allein der Anblick gefiel uns schon. Das Schwimmbad würde gleich am nächsten Tag drankommen. Stattdessen gingen wir aus dem Zentrum raus und sahen uns den Park selbst an. Die Bungalows waren direkt “in den Wald” gesetzt, umringt von unzähligen Bäumen. Das gefielt uns sehr. Dann wandten wir uns der besonderen Attraktion zu, die dieser Park hat: dem Discovery Dome.

Der Discovery Dome ist eine große Glaskuppel, unter der der Dschungel Afrikas mit Pflanzen und Tieren nachgebaut wurde. Entsprechend war die Luftfeuchtigkeit unter der Kuppel und unsere Kleidung war darauf dummerweise nicht ausgelegt. Wir hatten das Problem, in diesem Jahr einen eher regnerischen Sommer erwischt zu haben. Aber davon abgesehen war der Dome eine tolle Anlage. Nun gut, aus dem Alter, in dem man an Bachläufen spielt, waren wir mittlerweile schon so ein bisschen raus, aber es gab noch einige andere Dinge, wie etwa die großen Kletterbrücken, die kreuz und quer durch den Dschungel gespannt waren.

Am Nachmittag konnten wir dann unseren Bungalow beziehen. Wir hatten einen einfachen Zwei-Personen-Bungalow gebucht. Diese Sorte gibt es heute in dem Park nicht mehr, es ist alles etwas komfortabler geworden. Aber eigentlich war unser Bungalow nicht “unbequem”. Er war sehr gemütlich, hatte ein Bad, eine Kochecke, eine Wohnecke und ein Schlafzimmer. Was wollten wir mehr? Da wir in unserem Urlaub nicht ganz so faul sein wollten, hatten wir allerdings auf den Brötchenservice am Morgen verzichtet, sondern gingen immer selbst zur Bäckerei, um das Frühstück zu holen.

Am nächsten Tag war dann das Schwimmbad dran, das bei Center Parcs “Aqua Mundo” heißt, also “Welt des Wassers”. Und was für eine Welt das ist! Es gibt ein großes Wellenbecken, verschiedene Rutschen, ein Außenbecken, kleine Pools und das Schnorchelbad. Letzteres ist ein großes Aquarium, nur dass man hintauchen muss, um die Fische zu beobachten. In “Het Heijderbos” heißt das Schnorchelbad “Die versunkene Stadt”. Das Becken ist also nach den Ruinen einer versunkenen Stadt gestaltet. Die Fische sind durch eine dicke Glasscheibe von den Schnorchlern getrennt, aber man bekommt doch faszinierende Einblicke. In dem einen Becken schwamm sogar ein kleiner Hai. In dem anderen wurde ein Korallenriff aufgebaut. Sowas hatten wir noch nie in echt gesehen.

Am Abend dann sahen wir das Wochenmagazin durch und überlegten uns, was wir wohl so unternehmen sollten. Der Park bot eine Menge sportlicher Aktivitäten. Uns sprang das parkeigene “Kino” (eine Großleinwand, auf der Filme gezeigt wurden), das Bogenschießen und die Planwagenfahrt in die Umgebung des Parks ins Auge. Und mir fiel ein kleiner Abschnitt ins Auge, der mit “Tauchen-Einführung” überschrieben war. Aber das gehört zu einer anderen Geschichte und soll an einem anderen Ort erzählt werden.

Wir unternahmen einiges, nicht nur im Park. So besuchten wir zum Beispiel den “Burgers Zoo” Arnhem. Tagesausflüge kann man sehr gut von einem Center Parc aus machen. Die Entfernungen sind nicht so groß, auch eine Tour nach Amsterdam ist beispielsweise durchaus möglich.

Es war nur eine Woche, und sie ging viel zu schnell vorbei. Wie eben jede gute Zeit. Das hätten wir uns merken sollen. Am Abend des 3. Juli, einem Donnerstag, einen Tag vor der Abreise, sponnen wir rum. So ein Kurzaufenthalt – es musste ja nicht unbedingt eine ganze Woche sein – wäre doch auch was für die Science-Fiction-Gruppen, in denen wir aktiv waren. Mehr noch, sollte man vielleicht sowas wie einen “Reiseführer” zu den Center Parcs herausbringen? Ein Buch oder ein Heft, wo man Berichte veröffentlicht und Tipps gibt, so dass die Leute schon vor der Anreise eine Vorstellung davon haben, was sie erwartet. Eine interessante Idee, aber damals nicht zu verwirklichen. Denn dieses Magazin hätte nur in gedruckter Form herauskommen können und es wäre fraglich gewesen, ob es genügend Leser gefunden hätte. Dennoch wollten wir bei Gelegenheit für unsere SF-Gruppen einen solchen Ausflug zum Beispiel übers verlängerte Wochenende in einen Center Parcs organisieren. Es scheiterte allerdings daran, dass bei den ganzen Leuten, um die es dabei ging, sehr schwierig war, einen einzelnen Termin zu finden. Trotz allem kann der 3. Juli 1997 als der Tag angesehen werden, an dem die Idee zu dem entstand, was heute die Seiten sind, in denen Sie gerade lesen.

Dann kam das Internet – und alles änderte sich. Eine kleine erste Webseite von meinem Science-Fiction-Fanprojekt ging am 9. September 1999 online (“Basis Atlantis”, nach mehreren Umzügen heute hier zu finden). Eine Unterabteilung dieser Webseite, die damals mit “NetObjects” erstellt wurde, behandelte Center Parcs. Die Seiten waren sehr statisch und aktuelle Berichte waren sehr schwer zu erstellen. Dennoch erfreute sie sich großer Beliebtheit, so dass bald danach ein Forum eingerichtet wurde, in dem die Center Parcs Fans ihre Erfahrungen austauschen konnten. Das Forum war am Anfang sehr einfach. Dann wurde es etwas besser, war aber immer noch bei einem Gratis-Hoster untergebracht. Die Webseite hatte mittlerweile eine eigene Adresse bekommen (http://www.cparcs-fans.net.ms/, existiert nicht mehr) und am 29. September 2006 ging die erste Version des Blogs an den Start. Bald schon musste für das Forum eine neue Lösung gefunden werden. Nach einem Theme mit dem erfrischenden Namen “Summertime” entstand schließlich die Seite, wie sie heute existiert: Summertime Parcs. Mittlerweile verfügt sie über mehrere Foren und man kann von ihr aus den Urlaub bei Center Parcs direkt buchen. Die Webseite fügt sich nahtlos ein zum EP-Blog und SPACE CRUISE. Zudem wurde das Angebot erweitert, so dass man nicht nur Center Parcs hier findet, sondern auch Sunparks und die gemeinsame Mutterfirma pierre et vacances.

Und da sind wir heute. Die Seiten haben momentan im Schnitt 100 Besucher pro Tag. Das ist eine Menge, die man wahrscheinlich nie erreicht hätte, wenn die Idee vom gedruckten Fan-Magazin verwirklicht worden wäre. Im Zuge der Webseitengestaltung habe ich mir mittlerweile ein paar Sammlerstücke angeschafft, so zum Beispiel die “Center Parcs Adventure Box” (eine Spielesammlung, noch mit rotem CP-Logo) oder ein Strandtuch mit aufblasbarem Kissen, das das CP-Logo trägt.

Zur Zeit versucht Center Parcs zudem, im Süden Deutschlands, in relativer Nähe von meinem Wohnort, Fuß zu fassen, und zwar in Leutkirch. Ob das Projekt dort verwirklicht werden kann, muss man abwarten. Aber wenn, dann wird hier davon berichtet. Und noch mehr. Es geht weiter…


Ein Kommentar zu “Thorsten Reimnitz: Wie ich Center Parcs entdeckte, und was daraus folgte”

  1. ICH | STAR COMMAND Communiqué sagt:

    [...] Einen weiteren spannenden Ort durfte ich Mitte der 1990er Jahre entdecken, diesmal allerdings in den Niederlanden. Ich hatte von der Ferienparkkette “Center Parcs” erfahren, deren Name daher kommt, dass es sich um Bungalowparks handelt, die rund um ein Zentrum angeordnet sind. In dem Zentrum hat jeder Park sein eigenes Schwimmbad, zu dem man während des gesamten Aufenthalts kostenlosen Zutritt hat. Für jemanden wie mich ideal – und für meine damalige Freundin ebenso, also statteten wir dem Park “Het Heijderbos” nahe der Niederländisch-Deutschen Grenze einen Besuch ab. Auch das war ein Besuch, der einiges nach sich zog und schließlich zu einer weiteren Webseite des “Phantastischen Projekts” führte. Aber auch das ist eine ganz andere Geschichte und soll an einem anderen Ort erzählt werden. [...]

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